Rechts / Links, ZWEILEINWANDKINO

Filminstalation mit Sigmar Polke u. Kiki Meyer
Hier ist die Fassung für eine Leinwand: Ein Mann und eine Frau an verschiedenen Orten. Die Frau besucht den Mann. In einer Kissenschlacht wirbeln Orte und Kissen hin und her.

  • Lutz Mommartz /

  • 1968 /

  • 23 min - 16mm - s/w


  • H.P. Kochenrath, Film, Jan. 69spacer

  • In "Links-Rechts" (24 Min) erscheint auf der linken Leinwand ein Zimmer mit einer Frau, auf der rechten eines mit einem Mann. Beide Personen langweilen sich. Schließlich verläßt die Frau ihr Zimmer und taucht wenig später auf der anderen Leinwand bei dem Mann auf. Der geht Cola holen; Inzwischen wechselt die Frau Leinwand und Zimmer; er kommt zurück, ist wieder allein. Dann beginnt eine riesige Kissenschlacht, die Kissen fliegen von Leinwand zu Leinwand, Federn wirbeln (in Kassel ganz real: Mommartz warf Federn in einen großen Ventilator.
    Sein Plan, die Zuschauer auch selbst mit Kissen werfen zu lassen, ließ sich zu seinem Bedauern nicht realisieren.). Endlich sind beide Kontrahenten erschöpft, ruhen sich in ihren Zimmern aus. Der Projektionsstrahl, im Zigarettenqualm sichtbar geworden, bleibt als einzige Kommunikation: aus dem Unterleib des Mannes schießt er quer durch den Raum in den Hintern der Frau.
    Zu Beginn der Dokumenta 1968 in Kassel startete Mommartz in der dortigen, für die Zeit der Ausstellung errichteten Dependance des "Creamcheese" Versuche, mit zwei Leinwänden zu arbeiten, die er im Abstand von zehn Metern einander gegenüber aufstellte (dazwischen war Tanzfläche). In jede Leinwand hatte er ein Loch geschnitten ("Die Zerstörung der Leinwand ist wichtig. Man darf keine Ehrfurcht vor den Bild haben"), hinter dem jeweils ein Projektor stand und auf die gegenüberliegende Leinwand das Bild warf.
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