Gegenüber, ZWEILEINWANDKINO

Filminstalation mit Lothar Wandrey und Unbekannt
Hier ist die Fassung für eine Leinwand: Eine Frau und ein Mann an verschiedenen Orten projizieren sich mit Filmprojektoren gegenseitig an, wobei die Projektoren sich verselbständigen und im Zoom begegnen, das Paar aber nicht zusammen kommt.

  • Lutz Mommartz /

  • 1968 /

  • 11 min - 16mm - s/w


  • H.P. Kochenrath, Film, Jan. 69spacer

  • "Gegenüber", ein weiterer Zweileinwandfilm, erlebte hier seine Erstaufführung. Auf der einen Leinwand sieht man einen Mann einen - 16mm Projektor bedienen, auf der anderen ein Mädchen tanzen.
    Der Witz liegt darin, daß eine Fiktion - die Abbildung des Mannes, der einen Film vorführt - eine Realität - nämlich den Film mit dem tanzenden Mädchen - schafft. In Düsseldof wurde diese Idee allerdings nicht klar - da die Projektoren vor den Leinwänden aufgestellt werden, waren also für den Zuschauer sichtbar. Doch ergab das wiederum einen anderen Reiz: Den Filmvorführer sah man nun vor der Leinwand jene Tätigkeit vollführen, die er im Film hinter sich auf der Leinwand auch gerade macht. So zeigte sich, daß Mommartz allen Eventualitäten gewachsen ist. Dank seiner Variabilität werden Zufälligkeiten und Pannen mühelos in sein Programm integriert.
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  • Film im Untergrund, Ullstein, 71spacer

  • In "Gegenüber" sind Bild und Realität gleichzeitig vorhanden: Ein Junge und ein Mädchen projizieren sich gegenseitig an: sie sind mit realem Projektor, in dem jeweils ein Film läuft, vor der Leinwand vorhanden und in dem hinter ihnen gezeigten Bild, das sie in derselben Tätigkeit darstellt. Es gibt auch eine Version, wie sie in München aufgeführt wurde, wo sich nur die beiden Filmbilder gegenüberstehen, die Projektion erfolgt von hinten durch ein Loch in der jeweiligen Leinwand.
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