Eisenbahn

Endlich und unendlich auf die Formel gebracht.

  • Lutz Mommartz /

  • 1967 /

  • 14 min - 16mm - s/w


  • Uwe Nettelbeck, Die Zeit, 5.1.68spacer

  • Der Zuschauer hört, daß der Zug weiterfährt, aber er sieht, daß er nirgend-wohin fährt, ein gewöhnlicher Anblick ist zu einer magischen Reise montiert.
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  • H.P. Kochentath, Film, Jan. 68spacer

  • Der Zuschauer macht, während der Film abrollt, verschiedene Erlebnisphasen durch:
    1. Er ist verwirrt und sucht nach einer Ordnung;
    2. er entdeckt die zwei regelmäßig wiederkehrenden Schnittstellen, an denen dieselben Landschaftsstücke einsetzen;
    3. er ist befriedigt über seine Entdeckung und beobachtet den Nachbarn;
    4. er läßt in seiner rationalen Anstrengung nach und gibt sich dem Film hin.
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  • Film, Febr. 68spacer

  • Ein Abteilfenster und die draußen vorbeiziehende monotone Flachlandschaft, von einer starren Kamera aufgenommen, dazu die Fahrgeräusche des Zuges, das Rattern auf den Schienen, sonst nichts.
    Aber die viertelstündige Fahrt endet nicht, wie es sich gehört in einem Bahnhof, sondern da, wo sie angefangen hat, irgendwo zwischen Duisburg und Düsseldorf. Das liegt an den Schienen im Film, die man zweimal sieht. Man sitzt nämlich nicht in einem Zug sondern in einer Schleife
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  • Peter W. Jansen, Filmkritik, Mai 68spacer

  • "Eisenbahn" von Lutz Mommartz desavouriert mit der unaufhebbaren Einstellung auf das Abteilfenster und die vorbeiziehende Landschaft die Dokumentation von Zeit, von temporalen Verläufen, enthüllt die Zeit-Manipulation des Dokumentarfilms: Zeit läßt sich nur dokumentieren (siehe Vukotic), indem sie sich unverschnitten darstellt.
    Aber die viertelstündige Fahrt endet nicht, wie es sich gehört in einem Bahnhof, sondern da, wo sie angefangen hat, irgendwo zwischen Duisburg und Düsseldorf. Das liegt an den Schienen im Film, die man zweimal sieht. Man sitzt nämlich nicht in einem Zug sondern in einer Schleife
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  • Enno Patalas, Filmkritik, Mai 68spacer

  • Der virtuell endlose Film erscheint zunächst als ein Witz, dann als ein Appell zum Hinsehen und zur Analyse, schließlich als Medium einer Suggestion, die zum Rausch führt.