Die Treppe

Der Autor benutzt die Kamera als Auge, macht sich also einhändig in der Wohnung zu schaffen und begrüßt nach dem Pinkeln mit der freien Hand Leute auf einer Party.

  • Lutz Mommartz /

  • 1967 /

  • 7 min - 16mm - s/w


  • Uwe Nettelbeck, Filmkritik, Feb. 68spacer

  • Ich habe "Die Treppe", die in Knokke nicht gezeigt wurde, im Creamcheese gesehen, einem Beat-Lokal in der Düsseldorfer Altstadt, in dem mitunter Filme von Mommartz an die Wand projiziert werden. Der Film zeigt einen Mann mit der Kamera zuhause: einen Mann, der eine laufende Kamera in der Hand hält, die ihn bei seinen häuslichen Verrichtungen beobachtet. Aus einer grotesken Perspektive ist zu sehen: wie der Mann mit der Kamera eine Treppe hinuntersteigt, Lichtschalter bedient, mal zwischendurch aufs Klo geht und dann Leute begrüßt und deren Hände mit seiner freien Hand schüttelt..
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  • Enno Patalas, Filmkritik, Mai 68spacer

  • Lutz Mommartz bringt in zwei Filmen die Kamera in's Spiel und nötigt den Zuschauer, ihre Tätigkeit zu bedenken: In "Die Treppe" funktioniert sie als das Auge des Regisseurs - ein oft lästiges Auge -, weil es mit wenigstens einer Hand getragen werden muß.
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  • H.P. Kochenrath, Film, Jan. 69spacer

  • Mommartz, die Kamera mit der einen Hand haltend, filmt sich bei verschiedenen alltäglichen Verrichtungen, vom Hutaufsetzen bis zum Urinieren, dazwischen läuft er ausgiebig die Treppe seines Mietshauses auf und ab. Im Gegensatz zu "Selbstschüsse" sind jedoch nicht sein Gesicht, sondern seine Füße, Hände und Gegenstände gefilmt.