Der gerechte Krieg 1525

Zwei synchronisierte 16mm Projektoren für spezielle Doppelprojektion nebeneinander.
Mit Hartmut Kaminski und der Filmgruppe Düsseldorf
Der Film ist eine Zusammenfassung des historischen Bauernkrieges in Deutschland.

  • Hartmut Kaminski und Lutz Mommartz /

  • 1975 /

  • 30 min - 16mm - Farbe


  • Klaus Ulrich Reinke, Südwestfunk Baden Baden, 8.11.1975spacer

  • 600 Sitzplätze reichten nicht aus. Wie 1967, als Deutschlands gesellschafts-kritische Experimentalfilmer Oberhausens Westdeutsche Kurzfilmtage "aufrollten", standen und hockten die "Heerscharen" von Fans, Interessierten, Beteiligten und Mitwirkenden diesmal im Düsseldorfer "Filmforum" in den Gängen und auf der Empore.
    Eindeutiger Beleg dafür, daß der Name Mommartz seit der Zweitplazierung beim Experimentalfilmfestival in Knokke, 1968, eigentlich nichts an Attraktivität eingebüßt hat. Auch wenn man seitdem von Mommartz nichts mehr zu sehen bekam, wofür allein er gezeichnet hätte. Denn seit der Revolte-Zeit vom Ende der 60 er Jahre ist Lutz Mommartz integrierender Bestandteil der "Düsseldorfer Filmgruppe", deren Kollektiv auch als "Herausgeber" quasi dieses neuen Films fungierte -: Realisatoren: Hartmut Kaminski und Lutz Mommartz! "Der gerechte Krieg 1525". Ein bundesrepublikanischer Beitrag zur 450. Wiederkehr des mittelalterlichen Bauernkriegs.
    Aus farbigem Zelluloid und von zwei Projektoren gleichzeitig auf eine Leinwand projiziert - 30 Minuten lang. Mommartz/Kaminskis "Der gerechte Krieg 1525" mit seinem doppelbödigen aggressiven Titel ist ein Film, der alles voraussetzt - Phantasie und Sachkenntnis. Ein Kunstprodukt, dessen Stil aus der Not geboren wurde. Was nicht zu sehen ist, muß man sich denken können. Und so ist "Der gerechte Krieg 1525" eine Synthese geworden aus den beiden hervorstechenden Erscheinungsformen der 60-er Jahre -: aus gesellschafts-kritischem Aufbegehren und aus den Erweiterungen der formalen Möglichkeiten.15.000 Mark hatte die Künstlerförderung der Stadt Düsseldorf bereitgestellt zu Zwecken der Grundlagenforschung. Sie blieben im Grunde aber das ganze Geld, das von außen in dieses Projekt hineingesteckt wurde. Der Rest wurde aus Eigenmitteln der Filmer finanziert. Und alle, die mitmachten, taten es umsonst. Es waren nicht wenige! So gibt dieser Film mit der Vorführdauer von einer halben Stunde über den Bauernkrieg auf deutschem Boden, dessen zentrale Ereignisse sich innerhalb eines halben Jahres abspielten - "Der gerechte Krieg 1525" von Mommartz/Kaminski - ein akkurates Spiegelbild der Bedingungen für den Film in der nordrhein-westfälischen Region: es gibt eigentlich nämlich überhaupt keine.
    Die zwei 16mm-Projektionen stehen nahtlos nebeneinander auf der Leinwand. Die Idee ist nicht neu, läßt aber faszinierende Irritation zu. Zum Beispiel bei Schwenks, Im linken Bild spielen sich Feudal-Szenerien ab; im rechten Bild entsprechend Bäuerliches. Gleichzeitigkeit der Parallel-Montage!
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